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Telomerase als Geheimwaffe gegen Zellalterung

Telomerase

Telomerase ist ein Enzym, das im Zellkern vorkommt. Seine Aufgabe ist es, die Telomere genannten Endstücke der Chromosomen, die die Träger der DNA sind, wiederherzustellen und intakt zu halten. Die Endstücke werden mit jeder Zellteilung kürzer, bis die Zelle irgendwann stirbt. Das verhindert die Telomerase, ein Enzym, das die Telomere reparieren kann. Da eine geringe Aktivität des Enzyms mit der Zellalterung assoziiert wird, kann es eine Schlüsselrolle im Prozess des Alterns spielen und diesem entgegenwirken.

So kann Telomerase den Alterungsprozess verlangsamen

Bei ihrer Entdeckung im Jahr 1985 durch die Forscherinnen Elizabeth Blackburn und Carol Greider, denen es gemeinsam mit Jack W. Szostak den Nobelpreis einbrachte, galt die Telomerase einigen Forschern aufgrund ihrer Eigenschaften als „Jungbrunnen“-Enzym: Da das Enzym die Endstücke der Chromosomen wiederherstellt, kann es den Alterungsprozess theoretisch stoppen. Die Zellen bleiben jung und sterben nicht ab.

Weitere mögliche Auswirkungen des Enzyms

Leider hat das Ganze auch einen Nachteil: Telomerase findet man nicht nur in gesunden, sich kontinuierlich teilenden Zellen, sondern auch in Krebszellen, denen sie dazu verhilft, durch Teilung im Körper zu wuchern. Forscher stellten bei Patienten, deren Erbgut eine bestimmte Mutation enthält, eine stärkere Aktivität des Enzyms vor fest, infolge derer die mutierten Zellen sich praktisch unendlich oft teilen. Wirkstoffe gegen diese Wirkung der Telomerase werden bereits in klinischen Studien getestet.

Vielversprechende Ergebnisse in der Forschung

Zahlreiche Wissenschaftler befassen sich mit der Telomerase und ihrer Bedeutung für das Altern unseres Körpers. In einer Reihe von Versuchen an Mäusen, bei denen durch genetische Veränderungen mit bestimmten Stoffen die Bildung von Tumoren verhindert wurde, beobachteten spanische Wissenschaftler ein Verzögern des Alterns. Die Tiere produzierten bis zu 10 Prozent mehr Telomerase. Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sowie der Haut heilten schneller als bei normalen Mäusen. Im Durchschnitt verlängerte sich ihre Lebensdauer um bis zu 26 Prozent. Ob und wann diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen werden können, ist bislang aber noch unklar.

Telomerase im Bereich Anti-Aging

Nur in sich ständig teilenden Zellen wie Embryonalzellen und Stammzellen ist die Telomerase aktiv. In den normalen Zellen des Körpers, wie zum Beispiel den Hautzellen, werden die Telomere bei jeder Teilung der Zellen etwas kleiner, bis ab einer bestimmten Länge automatisch der Zelltod eintritt. Gelingt es, die Telomerase in diesen Zellen zu aktivieren, werden die Telomere, die Schutzkappen der DNA, repariert und die Zelle stirbt nicht ab. Die Telomerase und ihre Wirkung sind somit sehr interessant für das Thema Anti-Aging. So kann zum Beispiel die Regeneration der Zellen in der Haut, die Umwelteinflüssen wie UV-Strahlen und Abgasen direkt ausgesetzt und somit auf eine ständige Regeneration angewiesen sind, durch die Aktivierung der Telomerase unterstützt werden.

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