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Superfood – nährstoffreiches Wundermittel oder Medienhype?

Superfood – nährstoffreiches Wundermittel oder Medienhype?
Seit einigen Jahren ist „Superfood“ in aller Munde – und das wortwörtlich! Denn die Lebensmittel, die so bezeichnet werden, stehen in dem Ruf, durch ihren hohen Nährstoffgehalt besonders gesundheitsfördernd zu sein und den Körper schon durch geringe Mengen mit nahezu allen wichtigen Vitalstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Phytonährstoffen versorgen zu können. Was aber steckt wirklich hinter den als Superfood gefeierten Nahrungsmitteln?

Was ist eigentlich Superfood?

Eine genaue Definition, was genau eigentlich ein Superfood ist und was es auszeichnet, gibt es nicht. In erster Linie ein Begriff aus dem Marketing bezeichnet Superfood Nahrungsmittel, die als besonders nährstoffreich und somit als besonders gesund gelten. Je exotischer, desto besser: Oft stammen die Beeren, die Samen oder Früchte aus tropischen Länder und werden dort seit Jahrhunderten von den Einheimischen als Heilmittel verwendet. Aber nicht über all, wo Superfood draufsteht, ist auch viel Gesundheit drin.

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Superstar ist nicht gleich Superfood

Acai-Beere, Goji-Beere, Granatapfel. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft haben diese drei eines gemeinsam: Sie sind Stars unter den Superfoods. Spätestens seitdem Oprah Winfrey sie in ihrer Show vorgestellt hat, gilt die Acai-Beere aus Brasilien als Superstar. Diätbeere, Faltenkiller, Antioxidantien-Lieferant, nichts, was diese Beere nicht kann. Dabei enthält sie nicht mehr Vitamine oder Antioxidantien als Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren oder Sauerkirschen.

Auch die Goji-Beere, heimisch in China, gilt als herausragende Antioxidantienquelle. Bewiesen, dass sie wirklich ein Anti-Aging-Lebensmittel sind, wurde aber noch nichts. Eher ungesund ist die Tatsache, dass viele Beeren, die aus China kommen, hohe Pestizidbelastungen aufweisen.

Laut Studien kann Granatapfelsaft kurzfristig den Blutdruck senken und den Zellstress vermindern. Inwiefern diese Wirkung auch außerhalb dieser Studien auftritt und wie viele Granatäpfel man dafür essen muss, ist bislang nicht sicher.

Echtes Superfood

Es gibt aber auch echtes Superfood, wie zum Beispiel Lachs, Avocado oder Grünkohl. Lachs hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren gelten als besonders gesund, sie haben einen schützenden Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem und scheinen auch über weitere positive Eigenschaften zu verfügen. Empfohlen wird zweimal pro Woche Fisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Über eine andere ebenso gesunde Fettsäure verfügt die Avocado. Sie ist besonders reich an Ölsäure, die den Blutdruck senkt und damit das Herz schützt. Außerdem ist die Avocado reich an Vitamin E, Kalium, Eisen und Folsäure und somit ein hervorragender Mineralstofflieferant. Ein weiteres echtes Superfood ist der Grünkohl, ob gedämpft, blanchiert oder roh, liefert er viele wichtige Vitamine, Eiweiße, Eisen und Ballaststoffe. Ein echtes Allroundtalent eben.

Alles nur ein Marketingtrick?

Ob Superfood tatsächlich so super ist, wie es die Werbung und die Medien versprechen, ist nicht einfach so zu bewerten. Mögliche Wirkungen, die in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurden, lassen sich oft nur schwierig auf die reale Ernährung übertragen. Sei es, dass die Studien an Zellkulturen oder mit Tieren erfolgten, oder, dass das Lebensmittel in hoher Dosis und/oder alleine getestet wurde.
Um sich vital und jung zu fühlen, ist es vollkommen ausreichend, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Viel Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stellt sicher, dass der Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird. Lebensmittel wie Fisch, Milchprodukte und mageres Fleisch liefern nicht nur Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Kalzium und weitere Mineralstoffe, sondern sorgen auch für Abwechslung und Genuss auf dem Tisch.