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Gene und Altern – der Alterungsprozess lässt sich beeinflussen

Gene und Altern – der Alterungsprozess lässt sich beeinflussen
Viele Menschen fühlen sich nicht so alt oder so jung, wie es ihr biografisches Alter aussagt. Mediziner bestimmen daher das Alter eines Menschen in der Altersforschung nicht anhand des Kalenders. Das biologische Alter, das von zahlreichen Faktoren bestimmt wird und die größte Aussagekraft über die Lebenserwartung hat, ist entscheidend. Es besteht dabei ein enger Zusammenhang zwischen den Genen und dem Altern.

Die Genetik des Menschen: das Programm des Alterns?

Forschungsergebnisse der Universität Boston offenbaren, dass es eine Art von genetischem Muster gibt, welches alle Menschen mit extrem hohem Alter vereint. Dieses zeichnet sich durch eine große Anzahl minimaler Veränderungen aus, die sich über das komplette Erbgut verteilen. Demnach könnte anhand der Gene vorhergesagt werden, ob ein Mensch uralt wird oder nicht. Auffällig ist, dass die Veränderungen im Erbgut nur geringfügig die Krankheitsgene betrafen. Demnach scheint der Mensch ein langes Leben nicht nur dem Fehlen von Krankheitsgenen zu verdanken. Das erklärt für einige Forscher den Umstand, dass auch Personen mit einem ungesunden Lebensstil sehr alt werden können.

Der Schlüssel zur ewigen Jugend?

Die Alterung des Menschen ist ein Prozess, der von Beginn des Lebens an abläuft und begründet sich in der Zellalterung und dem Zellsterben. Der Gedanke liegt daher nahe, diesen fortschreitenden Prozess über eine Lebensverlängerung der Zellen zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Wissenschaftler beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Gene und Altern sind eng geknüpft an das Enzym Telomerase, für dessen Entdeckung und Entschlüsselung drei US-Biologen 2009 den Nobelpreis erhielten. So wirkt das Enzym Telomerase gegen die Verkürzung der Chromosemenenden, Telomere genannt, wenn die Zellen sich teilen. Das stabilisiert die Zellen und lässt sie länger leben.

Viel Potenzial und viel Risiko

In der Telomeraseforschung steckt viel Potenzial. So konnten Wissenschaftler Mäusen einer erfolgreichen Anti-Aging Therapie unterziehen. Doch Telomerase hat noch eine Schattenseite: ein hohes Krebsrisiko. So könnten sich bei diesem menschlichen Eingriff in die Gene und das Altern Tumorzellen ungehindert vermehren und schwere Krebserkrankungen hervorrufen.

Das Schicksal selbst in die Hand nehmen

Galten Gencodes vor einigen Jahrzehnten noch als unveränderliche Bestimmer des Schicksals des Einzelnen, wissen Wissenschaftler heute, dass sie sich verändern lassen. Forschungsergebnisse aus der Epigenetik zeigen, dass jeder selbst etwas gegen den vorzeitigen Alterungsprozess tun kann und Gene und Altern nicht unauflösbar aneinander gebunden sind.

Was tun gegen das Altern?

Durch einen gesunden Lebensstil, der sich aus regelmäßiger Bewegung, wenig Stress und einer ausgewogenen Ernährung auszeichnet, kann der Einfluss der Gensubstanz auf die Alterung verändert werden. Wer fit und aktiv ist, ist weniger anfällig für Krankheiten. Ausreichend Flüssigkeit erhält das Gewebe und die Elastizität der Haut. Tatsächlich entscheiden nur 20 % der Gene darüber, wie alt der Mensch wird. Viel bedeutsamer sind die Umwelteinflüsse und die Lebensführung.