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Bindegewebe – Fakten und Mythen

Bindegewebe – Fakten und Mythen

Bindegewebe ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Gewebetypen im menschlichen Körper, das sich durch ein hohes Maß an Zwischenzellflüssigkeit auszeichnet. Dabei ist die Benennung ein wenig irreführend, da die Aufgaben dieser Gewebeschicht weit über ihre bindende Funktion hinausgehen: Das Gewebe „polstert“ als Schutzschicht die Organe ab, dient als Wasserspeicher und ist zudem wesentlich an den Immunreaktionen des Körpers beteiligt. In der Haut sorgt straffes Bindegewebe für eine glatte und schöne Haut, besonders Armen, Beinen und Po. Da die Festigkeit des Bindegewebes in der Regel erst mit dem Alter nachlässt, gilt glatte, makellose Haut, die sich ohne Dellen über die Muskeln spannt, als Inbegriff von Jugendlichkeit und Attraktivität.

Was genau ist eigentlich Cellulite?

Bei einem normalgewichtigen erwachsenen Menschen macht das Bindegewebe zwischen 60 und 70 Prozent der Gesamtmasse aus. Während das männliche Bindegewebe in der Regel straff und netzartig unter der Haut verläuft und das Unterhautfett so tatsächlich fest bindet, stehen die Fasern des weiblichen Bindegewebes senkrecht zur Haut; sie werden vom Fettgewebe mit der Zeit zur Seite gedrückt. Auf diese Weise entstehen kleine Dellen, die im Volksmund auch Cellulite oder „Orangenhaut“ heißen. Am häufigsten tritt Cellulite an den Oberschenkeln und am Po auf, aber auch Oberarme, Brüste und Bauch können betroffen sein.
Wichtig: Cellulite ist nicht zu verwechseln mit Cellulitis. Cellulitis (auch Phlegmone genannt) ist eine Entzündung des Bindegewebes.

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Ursachen und Risikofaktoren

Ob ein Mensch ein starkes oder ein schwaches Bindegewebe hat, bestimmt unter anderem die genetische Veranlagung. Die Entstehung von Cellulite ist also nicht nur eine Frage von Jugend oder Alter oder des Lebenswandels, sondern auch der Vererbung. Weitere Faktoren sind Aufbau der Haut, Stress, Rauchen, Schwangerschaft und weibliche Hormone. Übergewicht kann eine Ursache sein, muss aber nicht. Auch bei sehr schlanken Frauen kann Cellulite auftreten.

Bindegewebe straffen, aber wie?

Es gibt viele Maßnahmen, um das Bindegewebe zu stärken. Die wichtigsten Maßnahmen kann man sogar selber ergreifen: Gesunde Ernährung, mehr Sport, Gewichtsreduktion, weniger Stress. Wichtig ist es, die Zirkulation in den Lymphsystemen im Gewebe selbst anzuregen – und das funktioniert am besten mithilfe von Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen und Schwimmen. Unterstützend kann ein gezieltes Faszientraining helfen, das Bindegewebe zu stärken. Die zweite wichtige Maßnahme gegen Dellen und Dehnungsstreifen ist eine ausgewogene Ernährung. Diese besteht idealerweise zu einem extrem geringen Anteil aus Süßspeisen und zum größten Teil aus Obst und Gemüse – denn beim Aufbau des Bindegewebes spielt vor allem Vitamin C eine wichtige Rolle. Da dieses vom Körper nicht selbst produziert werden kann, sollte es täglich in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden.

Mythen rund um Cellulite

Da jugendliches Aussehen für viele Menschen enorm wichtig geworden ist, existiert eine Vielzahl an Therapien und Wundermitteln, die schnelle Hilfe gegen Orangenhaut versprechen. Die Wirksamkeit extrem kostspieliger Verfahren wie etwa Ultraschall-, Radiofrequenz- oder Stoßwellentherapie ist medizinisch allerdings nicht hinreichend belegt. Sinnvoller ist es daher, regelmäßige Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren, den Lymphfluss zusätzlich durch Massieren der Haut mit Naturschwämmen oder Bürsten (Dry Brushing) anzuregen und Schokolade des Öfteren zugunsten einer Grapefruit oder Paprika liegenzulassen.