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Wie pflanzliche Wirkstoffe das Erbgut beeinflussen

Pflanzliche Wirkstoffe verändern Erbgut

Das Erbgut oder Genom ist der Schlüssel zur Individualität jedes Menschen: Es bestimmt darüber, wie ein Mensch aussieht, wie gut sein Immunsystem funktioniert und auch wie lange er lebt. Doch selbst Menschen mit identischem Erbgut, eineiige Zwillinge, sind in gewisser Weise unterschiedlich: Sie haben verschiedene Interessen und bekommen nicht zwangsläufig die gleichen Krankheiten. Schuld daran sind unter anderem sogenannte epigenetische Veränderungen.

Was sind epigenetische Veränderungen?

Das Epigenom steht quasi über dem Genom und steuert, welche Gene aktiv sind und welche „abgeschaltet“ werden. Es funktioniert sozusagen als Gen-Gedächtnis und legt die Aufgabe und das Schicksal einer Zelle fest. Somit beeinflusst das Epigenom auch die Zellalterung und das Risiko für bestimmte Krankheiten. Umwelteinflüsse, z.B. auch die Ernährung oder Stress, beeinflussen und verändern das Epigenom im Laufe eines Lebens – und diese epigenetischen Veränderungen gibt ein Mensch auch an seine Kinder weiter. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass bestimmte pflanzliche Wirkstoffe positive epigenetische Veränderungen hervorrufen können.

Pflanzliche Wirkstoffe führen zu positiven epigenetischen Veränderungen

Für die Steuerung der Genaktivität spielt die sogenannte Methylierung der DNA (der Erbsubstanz) eine wichtige Rolle. Studien haben gezeigt, dass unter anderem Folsäure und Vitamin B12 einen wichtigen Einfluss auf diese Methylierung haben – eine ausreichende Versorgung mit diesen pflanzlichen Wirkstoffen ist also essenziell. Gut untersucht sind unter anderem auch die positiven Wirkungen von Resveratrol und Epigallocatechingallat (EGCG). Hierbei handelt es sich um sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die ebenfalls die Fähigkeit besitzen, die DNA-Methylierung zu regulieren. Über epigenetische Veränderungen können diese pflanzlichen Wirkstoffe also unter anderem den Körper vor der Entstehung von Krebszellen schützen.

Besonders wertvoll: Grüner Tee und rote Trauben

Grüner Tee ist schon lange als gesundes Getränk aus Asien bekannt. Er beinhaltet neben anderen wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitamin C, E und Zink auch den sekundären Pflanzenstoff EGCG. Ebenso verhält es sich mit roten Weintrauben: Sie enthalten in ihrer Haut und den Kernen Resveratrol, dem genau wie EGCG, Folsäure und Vitamin B12 eine positive epigenetische Wirkung nachgesagt wird. Doch diese und andere Pflanzen können noch mehr: Studien haben gezeigt, dass ihre Inhaltsstoffe das Enzym Telomerase positiv beeinflussen können.

Telomerase und Telomerlänge beeinflussen den Alterungsprozess

Die Telomere sind die „Schutzkappen“ der DNA. Sie sitzen an den Enden der Chromosomen, die das Erbgut enthalten, und schützen sie vor einer Abnutzung. Allerdings werden die Telomere mit jeder Zellteilung kürzer. Sind sie zu kurz, stirbt die Zelle – das ist nach etwa 50 Zellteilungen der Fall. Das körpereigene Enzym Telomerase wirkt der Verkürzung der Telomere entgegen und kann so den Alterungsprozess der Zelle aufhalten.

Pflanzliche Stoffe können die Telomerase aktivieren

Einige Pflanzeninhaltsstoffe sollen einen positiven Effekt auf die Enzymaktivität der Telomerase haben. Dazu gehören beispielsweise bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe wie EGCG, Resveratrol oder Tocotrienole, die unter anderem in Weizengras vorkommen. Sie könnten dadurch möglicherweise helfen, die Telomerlänge zu erhalten und die Zellalterung zu verzögern. In Kombination scheinen diese Inhaltsstoffe noch wirksamer zu sein als einzeln. Inzwischen gibt es auch Nahrungsergänzungsmittel, die eine Kombination dieser wertvollen sekundären Pflanzenstoffe enthalten.